Schreibnacht Erzeugnisse

Den Überredungskünsten einer bestimmte Person verdankend, habe ich am 16.09. an der 34. Schreibnacht teilgenommen, einer Aktion von verbundenen Autoren, sich gegenseitig eine Nacht lang von 20:00 bis 03:00 des Folgetages zum Schreiben zu motivieren.

Ich hab ja meine Zweifel ob das, was ich so verfasse, es wert ist, gelesen zu werden. Wenn es sich nicht um neue Standards setzende Meisterwerke handelt, bin ich meist ziemlich kritisch mit allem, was ich so an Künstlerischem erzeuge. Also fast immer.

Nichtsdesdotrotz wollte ich meine Erzeugnisse euch, oder vielmehr dir (:3), nicht vorenthalten. Es ist nicht mal das erste Kapitel fertig geworden, und sind nur nicht ganz 1.000 Wörter. Ist also noch am Anfang. Ich denke, ich werde es in der nächsten Schreibnacht fortsetzen, wenn ich Zeit dafür finde.

Das Werk hat noch keinen Titel, also nicht wundern, bitte.

Kein Titel

Kapitel I

Logbuch 05.03.2159: 

Dies ist der erste Logbucheintrag des Kapitäns der Workers Pride, Mikael Koskinnen. Wie es den Richtlinien der First Planetarien Trade Company entspricht, für die ich für diesen Versorgungsflug angeheuert wurde, wird dieser Transport von Diamant- und Laserbohrern, Sauerstofftanks, Nahrungsmitteln, Deuterium-Energiezellen, Ersatzteilen und weiteren Gütern von der Erde zur Metallabbaustation des Kometen Z-169, und des Rücktransportes von mehreren hundert Tonnen Erz in diesem Logbuch dokumentiert. Ich erkläre hiermit, dass ich nach besten Wissen und Gewissen mit größtmöglicher Genauigkeit und Datierung aller die Transaktion relevanter Vorgänge, und zur späteren Auswertung vorgesehene Vorkommnisse während des Vorgangs, z.B. Felder mit größerer Strahlenbelastung als erwartet, stellare Nebel, oder andere Phänomene des Weltraums, die für zukünftige Transporte relevant sein können, hier verfassen und aufbewahren werde. 

 
Die Beladung wurde vom Logistikleiter der Abteilung „Exoplanetarische Rohstoffabbau“ Hermann am 04.03. unterzeichnet, und enthält die detaillierte Auflistung der transportierten Güter. Die voraussichtliche Reisedauer für diesen Transport beträgt 1 Jahr, 2 Monate, 2 Woche und 5 Tage. 

Die Besatzung besteht aus einem Mann: Mir, Mikael Koskinnen. Aufgrund meines hervorragenden Studiumabschlusses an der Technischen Universität Helsinki für interplanetare Fahrzeugarchitektur und mehr als 10 erfolgreicher simulierter Weltraumflüge im „Galactic Expansion Training Program“ in London wurde ich für diese Mission als qualifiziert genug befunden, und mit ihrer Durchführung anvertraut. 

Die Workers Pride ist ein 14 Jahre altes Schiff, gilt trotz ihres betagten Alters als Zuverlässig, benötigt aber aufgrund die für diese Dienstdauer normalen Erscheinungen des Verschleißes eine gewisse Aufsicht und mehr oder weniger regelmäßige Reparaturen und Flickarbeiten zur erfolgreichen Durchführung ihres Auftrages. Dies zu gewährleisten ist wiederrum mein Auftrag. 

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt stehe ich noch mit der Missionskontrolle in Kontakt. Mit zunehmender Entfernung zur Erde wird dieser Kontakt schwieriger, und letztendlich vollkommen abbrechen. Spätestens nach Passierung des Kometengürtels nahe der Marsumlaufbahn wird dies der Fall sein, da alle Kommunikationssatelliten jenseits dieses Punktes aus noch unbekannten Gründen nicht die gewöhnliche Leistung erbringen, die nötig wäre, um den Kontakt zum nächstgelegenen Satelliten und damit zur Erde zu erhalten. Die Ursache hierfür ist für die Wissenschaftlicher noch ein Rätsel. Die Dichte der dort anwesenden Kometen reicht keinesfalls aus, um mit ihren natürlichen Metallvorkommen für genug elektromagnetische Störungen zu sorgen, um dieses Phänomen erklären zu können, und für die First Planetarien Trade Company ist es billiger, einen technischen Überwacher zur Sicherstellung der Durchführung eines Auftrages jenseits dieses Ringes zu engagieren, als mehr Satelliten zur Ausgleichung der unerklärlichen Dämpfung zu installieren und ihre üblichen, ferngesteuerten Abbaudrohnen zu verwenden. 

Damit sich ein solcher Einsatz für die FPTC lohnt, muss es sich um eine Investition mit großer Gewinnerwartung handeln. Dies war vor 25 Jahren gegeben, als Raumkartografierer den Kometen Z-169 entdeckten, und mithilfe des „Augenzeugen“, ein gigantisches Weltraumteleskop im Erdorbit, das 2101 von der FPTC gebaut wurde um Rohstoffreiche Himmelsgestirne zu erspähen, die sie mit ferngesteuerten Drohnen abbauen konnten, als ein Komet mit auffällig geformter Oberfläche entdeckt wurde, welche nach den gängigen Erkenntnissen der Wissenschaft nur durch Vorkommnisse reicher und seltener Metalle erklärt werden kann. 

Seit 2083 wurde somit zur Erbeutung der Rohstoffe dieses Kometen zum ersten mal wieder ein Schiff mit einer menschlichen Besatzung zur Errichtung einer exoplanetaren Abbaustation entwickelt, nachdem Abbauversuche mit den üblichen Drohnen scheiterten. Dies war ein erfreulicher Moment für die menschlichen Arbeitskräfte dieser Branche, welche zunehmend  in Vergessenheit gerieten, nachdem das größte Unternehmen für stellaren Ressourcenabbau beinahe über Nacht ihre Dienste nicht mehr benötigten. Zwar werden diese Menschen mitunter noch von kleineren, konkurrierenden Unternehmen eingestellt. Diese sind aber kaum in der Lage, die physischen wie psychischen Belastungen, die diese Anstellung mit sich bringt, in einer Art und Weise zu entlohnen, die dem Umfang der Leistung für die Arbeit in so lebensfeindlichen Bedingungen auch nur annähernd gerecht wird. 
So wurde die „Workers Pride“ geboren. Eine Taufung zu Ehren der Männer, es sind trotz unseres progressiven Jahres tatsächlich noch immer ausschließlich Männer, die diese harte Arbeit verrichten, die nach langem Bangen um ihre Existenz zum ersten Male in Z-169 ein Lichtblick für ihre Branche, und eine kleine Hoffnung sehen, dass große Konzerne wie die FPTC ihre Arbeit als Unverzichtbarkeit für weitere große Profite sehen, die noch jenseits des Kometengürtels auf sie warten. 

Ich blicke mit Spannung auf meine lange Reise. Die FPTC engagiert für gewöhnlich nie zwei mal die selbe Person für diese Langstreckentransporte. Die Dauer der Einsamkeit hinterlassen offensichtlich Spuren in der Psyche der meisten Piloten, und die Bezahlung ist gut genug, um den Rest seines Lebens in bescheidenen Verhältnissen Leben zu können. Man wird mit allerlei Unterhaltungsmöglichkeiten eingedeckt, und solange man in Kommunikationsreichweite der Erde bleibt, auf Nachfrage beständig mit neuster Literatur, Musik, Film und Spiel versorgt. Die Nutzung ist aber auf 8 Stunden am Tag beschränkt. Eine Maßnahme, die, wie ich vermute, dazu dienen soll, den Schiffsführer zu seiner Arbeit zu animieren. 

Was Lebensmittel angeht, so ist man für lange Zeit mit allerlei Delikatessen versorgt. <Beschreibung mit Essen hier> 
Und selbst wenn irgendein gefräßiger Zeitgenosse die Lager leeren oder ein ungeschickter Pechvogel die Vorräte zerstören sollte, so ist zumindest der Nahrungsmittelreplikator in der Lage, aus Wasserstoff und der Verwendung einer großen Menge an Energie zur Protonenmanipulation in der Lage, eine zwar unappetitliche, aber nahrhafte graue Paste zu erzeugen, die zumindest das Überleben des Piloten sicherstellt. 

Logbuch 06.03.2159 

Der Auftrag dauert nun 24 Stunden an und läuft innerhalb der Parameter. 
Alle Systeme der Workers Pride funktionieren soweit fehlerlos. 
Das Navigationssystem hat einen Weg durch den Gürtel gefunden, dass es der Workers Pride ermöglicht, die Gravitation des Mars für Schub und Kurs zu nutzen. Eine übliche Praxis zur Kostenminimierung bei minimaler Missionsverzögerung. Dies deckt sich mit der Erwartung der Missionskontrolle, welche bewusst den 04.03.2159 als Startdatum der Mission wählte, um die Gravitation des Mars dafür ausnutzen zu können. 

Wenn ich den Weg nehmen werde, die der Computer berechnet hat, werde ich auf meinem Weg also auch den Mars sehen, und werde vielleicht auch einen Blick auf einen seiner zwei Monde werfen können. 

 

 

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