Merkels Kehrtwende bei der „Ehe für Alle“ …

… ist nichts Anderes als taktischer Wahlkampf. Jahrelang schaukelt man die politischen Gegner in Sicherheit mit vielsagenden Versprechungen der Heiligkeit der Ehe und dass es kein Abrücken von dieser Position geben wird, die Opposition schluckt den Köder, und 3 Monate vor der Wahl kündigt die de-facto Alleinherrscherin der Umfragestärksten Partei Deutschlands an, ihre Position zur Ehe für Alle noch einmal zu überdenken. Die Opposition ist überrascht und ihres Wahlkampfthemas beraubt, die Befürworter einer solch overhypten, kaum wirksamen Politik sehen eine Gelegenheit, mithilfe einer annähernd 40% starken Partei ihre progressiven Ideale auch umzusetzen, ohne kleiner Koalitionspartner oder Opposition sein zu müssen, und Kritiker innerhalb der eigenen Partei werden mit dem Wahlerfolg mundtot gemacht, denn wer Erfolg hat, hat Recht.

Nichts Anderes als Wählergewinn dürfte die Intention dazu gewesen sein. Denn verrückterweise binden solche Themen heutzutage mehr die Aufmerksamkeit der Leute, als die drohende Altersarmut. Sehr viel fehlt zu 51% ja nicht mehr. Dann kann die CDU, und Merkel, im Alleingang regieren.

Merkels Kehrtwende bei der „Ehe für Alle“ …

„Toxic masculinity“ ist der radioaktive Müll, den die Progressiven selber produzieren.

Hi,

eine Weile her, seit ich hier geschrieben habe. Wie üblich wird es primär nur darum gehen, was mir im Kopf rumspukt, und keinen Anspruch hat, logisch und kohärent zu sein.

 

Die Welt scheint im Klammergriff sich selbst als besser wahrnehmender Gesinnungspolizisten. Das zeigt mir der neuerliche Scheißesturm gegen Sorret, Entwickler von „The Last Night“. Sorret äußerte in einer kleinen Tweet-Reihe, dass GamerGate in seinen Augen sich für Aufrichtigkeit und Integrität im Journalismus einsetzte, und kritisierte Feminismus als immer verrückter, wilder werdend. [1] Sein Spiel handelt von einer Dystopie, in der Progressivismus außer Kontrolle geraten ist.

Jetzt haben sich wieder die alten, beängstigenden Kräfte aktiviert, die nach seinem beruflichem Kopf fordern. Ich finde das beunruhigend. Sorret selbst hat niemanden „harassed“ oder belästigt. Sorret arbeitete mehrere Jahre an seinem Spiel, um möglicherweise alles zu verlieren nur dafür, dass er aussprach, was seine Meinung war. Warum sollte Sorret durch diese durchaus als faschistoid zu bezeichnende Hetzkampagne seine Meinung über „Progressivisten“ ändern? Vermutlich wird er erst Recht sich in seiner Ansicht bestätigt sehen, dass diese Menschen das Problem, und nicht die Lösung sind. Wer aber die linke Blockmentalität kennt, weiß, dass die Taktik der Linken auch nicht darin besteht, zu überzeugen, sondern die selbst aufgebauten Existenzen dieser Menschen nach Möglichkeit zu vernichten. Selbstverständlich erzeugt dies Hass auf der Gegenseite, die sich früher oder später extrem entladen kann. Das vorherzusehen würde aber ein Minimum an Voraussicht benötigen.

Die SZ veröffentlicht einen Artikel, in der Männer an ihrer hohen Selbstmordrate, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, etc. ausschließlich selbst verantwortlich gemacht werden. [2] Menschen, die nach eigens verlinkten Statistiken sich mit einer höherer Wahrscheinlichkeit selbst umbringen, bekommen noch selben Artikel Unzulänglichkeiten angedichtet, und ihnen dafür selbst die Verantwortung gegeben. Ich bin mir sicher, dass eine Menge Männer nach dem „Konsum“ dieses Artikels nun wohl von evtl. Selbstmordabsichten absehen, und sich entgegen ihrer eigenen Wünsche in eine Ausbildung zum Krankenpfleger begeben, um den Anforderungen des Autors zu genügen.

 

Wie soll eigentlich noch ein Dialog möglich sein, wenn so viele Menschen mittlerweile zu dumm sind oder sich zu stark fühlen, um sich die einfachsten Konsequenzen ihres Handels vorzustellen? Zerstörte Existenzen verbittern und radikalisieren. Infantilisierung lebensbedrohliche Probleme eines Geschlechtes verbittern und radikalisieren. Natürlich sind immer mehr und mehr „Maßnahmen“ gegen Hass im Netz nötig, weil der linke Fortschritt die Krebsauswüchse seines eigenen Handelns einzudämmen versucht.

Wären die Progressiven schlau, würden sie sehen, dass der „Hass im Netz“ der radioaktive Müll ist, der ihre „saubere Lösung“ durch Existenzvernichtung und Problemverleugnung erschafft. Wären sie das aber, würden sie diese Methoden ja aber nicht anwenden.

 


[1] https://twitter.com/crw_stream/status/874073125872427015

[2] http://www.sueddeutsche.de/kultur/maennlichkeit-in-der-krise-der-mann-in-der-krise-1.3476657

„Toxic masculinity“ ist der radioaktive Müll, den die Progressiven selber produzieren.

Schreibnacht Erzeugnisse

Den Überredungskünsten einer bestimmte Person verdankend, habe ich am 16.09. an der 34. Schreibnacht teilgenommen, einer Aktion von verbundenen Autoren, sich gegenseitig eine Nacht lang von 20:00 bis 03:00 des Folgetages zum Schreiben zu motivieren.

Ich hab ja meine Zweifel ob das, was ich so verfasse, es wert ist, gelesen zu werden. Wenn es sich nicht um neue Standards setzende Meisterwerke handelt, bin ich meist ziemlich kritisch mit allem, was ich so an Künstlerischem erzeuge. Also fast immer.

Nichtsdesdotrotz wollte ich meine Erzeugnisse euch, oder vielmehr dir (:3), nicht vorenthalten. Es ist nicht mal das erste Kapitel fertig geworden, und sind nur nicht ganz 1.000 Wörter. Ist also noch am Anfang. Ich denke, ich werde es in der nächsten Schreibnacht fortsetzen, wenn ich Zeit dafür finde.

Das Werk hat noch keinen Titel, also nicht wundern, bitte.

Kein Titel

Kapitel I

Logbuch 05.03.2159: 

Dies ist der erste Logbucheintrag des Kapitäns der Workers Pride, Mikael Koskinnen. Wie es den Richtlinien der First Planetarien Trade Company entspricht, für die ich für diesen Versorgungsflug angeheuert wurde, wird dieser Transport von Diamant- und Laserbohrern, Sauerstofftanks, Nahrungsmitteln, Deuterium-Energiezellen, Ersatzteilen und weiteren Gütern von der Erde zur Metallabbaustation des Kometen Z-169, und des Rücktransportes von mehreren hundert Tonnen Erz in diesem Logbuch dokumentiert. Ich erkläre hiermit, dass ich nach besten Wissen und Gewissen mit größtmöglicher Genauigkeit und Datierung aller die Transaktion relevanter Vorgänge, und zur späteren Auswertung vorgesehene Vorkommnisse während des Vorgangs, z.B. Felder mit größerer Strahlenbelastung als erwartet, stellare Nebel, oder andere Phänomene des Weltraums, die für zukünftige Transporte relevant sein können, hier verfassen und aufbewahren werde. 

 
Die Beladung wurde vom Logistikleiter der Abteilung „Exoplanetarische Rohstoffabbau“ Hermann am 04.03. unterzeichnet, und enthält die detaillierte Auflistung der transportierten Güter. Die voraussichtliche Reisedauer für diesen Transport beträgt 1 Jahr, 2 Monate, 2 Woche und 5 Tage. 

Die Besatzung besteht aus einem Mann: Mir, Mikael Koskinnen. Aufgrund meines hervorragenden Studiumabschlusses an der Technischen Universität Helsinki für interplanetare Fahrzeugarchitektur und mehr als 10 erfolgreicher simulierter Weltraumflüge im „Galactic Expansion Training Program“ in London wurde ich für diese Mission als qualifiziert genug befunden, und mit ihrer Durchführung anvertraut. 

Die Workers Pride ist ein 14 Jahre altes Schiff, gilt trotz ihres betagten Alters als Zuverlässig, benötigt aber aufgrund die für diese Dienstdauer normalen Erscheinungen des Verschleißes eine gewisse Aufsicht und mehr oder weniger regelmäßige Reparaturen und Flickarbeiten zur erfolgreichen Durchführung ihres Auftrages. Dies zu gewährleisten ist wiederrum mein Auftrag. 

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt stehe ich noch mit der Missionskontrolle in Kontakt. Mit zunehmender Entfernung zur Erde wird dieser Kontakt schwieriger, und letztendlich vollkommen abbrechen. Spätestens nach Passierung des Kometengürtels nahe der Marsumlaufbahn wird dies der Fall sein, da alle Kommunikationssatelliten jenseits dieses Punktes aus noch unbekannten Gründen nicht die gewöhnliche Leistung erbringen, die nötig wäre, um den Kontakt zum nächstgelegenen Satelliten und damit zur Erde zu erhalten. Die Ursache hierfür ist für die Wissenschaftlicher noch ein Rätsel. Die Dichte der dort anwesenden Kometen reicht keinesfalls aus, um mit ihren natürlichen Metallvorkommen für genug elektromagnetische Störungen zu sorgen, um dieses Phänomen erklären zu können, und für die First Planetarien Trade Company ist es billiger, einen technischen Überwacher zur Sicherstellung der Durchführung eines Auftrages jenseits dieses Ringes zu engagieren, als mehr Satelliten zur Ausgleichung der unerklärlichen Dämpfung zu installieren und ihre üblichen, ferngesteuerten Abbaudrohnen zu verwenden. 

Damit sich ein solcher Einsatz für die FPTC lohnt, muss es sich um eine Investition mit großer Gewinnerwartung handeln. Dies war vor 25 Jahren gegeben, als Raumkartografierer den Kometen Z-169 entdeckten, und mithilfe des „Augenzeugen“, ein gigantisches Weltraumteleskop im Erdorbit, das 2101 von der FPTC gebaut wurde um Rohstoffreiche Himmelsgestirne zu erspähen, die sie mit ferngesteuerten Drohnen abbauen konnten, als ein Komet mit auffällig geformter Oberfläche entdeckt wurde, welche nach den gängigen Erkenntnissen der Wissenschaft nur durch Vorkommnisse reicher und seltener Metalle erklärt werden kann. 

Seit 2083 wurde somit zur Erbeutung der Rohstoffe dieses Kometen zum ersten mal wieder ein Schiff mit einer menschlichen Besatzung zur Errichtung einer exoplanetaren Abbaustation entwickelt, nachdem Abbauversuche mit den üblichen Drohnen scheiterten. Dies war ein erfreulicher Moment für die menschlichen Arbeitskräfte dieser Branche, welche zunehmend  in Vergessenheit gerieten, nachdem das größte Unternehmen für stellaren Ressourcenabbau beinahe über Nacht ihre Dienste nicht mehr benötigten. Zwar werden diese Menschen mitunter noch von kleineren, konkurrierenden Unternehmen eingestellt. Diese sind aber kaum in der Lage, die physischen wie psychischen Belastungen, die diese Anstellung mit sich bringt, in einer Art und Weise zu entlohnen, die dem Umfang der Leistung für die Arbeit in so lebensfeindlichen Bedingungen auch nur annähernd gerecht wird. 
So wurde die „Workers Pride“ geboren. Eine Taufung zu Ehren der Männer, es sind trotz unseres progressiven Jahres tatsächlich noch immer ausschließlich Männer, die diese harte Arbeit verrichten, die nach langem Bangen um ihre Existenz zum ersten Male in Z-169 ein Lichtblick für ihre Branche, und eine kleine Hoffnung sehen, dass große Konzerne wie die FPTC ihre Arbeit als Unverzichtbarkeit für weitere große Profite sehen, die noch jenseits des Kometengürtels auf sie warten. 

Ich blicke mit Spannung auf meine lange Reise. Die FPTC engagiert für gewöhnlich nie zwei mal die selbe Person für diese Langstreckentransporte. Die Dauer der Einsamkeit hinterlassen offensichtlich Spuren in der Psyche der meisten Piloten, und die Bezahlung ist gut genug, um den Rest seines Lebens in bescheidenen Verhältnissen Leben zu können. Man wird mit allerlei Unterhaltungsmöglichkeiten eingedeckt, und solange man in Kommunikationsreichweite der Erde bleibt, auf Nachfrage beständig mit neuster Literatur, Musik, Film und Spiel versorgt. Die Nutzung ist aber auf 8 Stunden am Tag beschränkt. Eine Maßnahme, die, wie ich vermute, dazu dienen soll, den Schiffsführer zu seiner Arbeit zu animieren. 

Was Lebensmittel angeht, so ist man für lange Zeit mit allerlei Delikatessen versorgt. <Beschreibung mit Essen hier> 
Und selbst wenn irgendein gefräßiger Zeitgenosse die Lager leeren oder ein ungeschickter Pechvogel die Vorräte zerstören sollte, so ist zumindest der Nahrungsmittelreplikator in der Lage, aus Wasserstoff und der Verwendung einer großen Menge an Energie zur Protonenmanipulation in der Lage, eine zwar unappetitliche, aber nahrhafte graue Paste zu erzeugen, die zumindest das Überleben des Piloten sicherstellt. 

Logbuch 06.03.2159 

Der Auftrag dauert nun 24 Stunden an und läuft innerhalb der Parameter. 
Alle Systeme der Workers Pride funktionieren soweit fehlerlos. 
Das Navigationssystem hat einen Weg durch den Gürtel gefunden, dass es der Workers Pride ermöglicht, die Gravitation des Mars für Schub und Kurs zu nutzen. Eine übliche Praxis zur Kostenminimierung bei minimaler Missionsverzögerung. Dies deckt sich mit der Erwartung der Missionskontrolle, welche bewusst den 04.03.2159 als Startdatum der Mission wählte, um die Gravitation des Mars dafür ausnutzen zu können. 

Wenn ich den Weg nehmen werde, die der Computer berechnet hat, werde ich auf meinem Weg also auch den Mars sehen, und werde vielleicht auch einen Blick auf einen seiner zwei Monde werfen können. 

 

 

Schreibnacht Erzeugnisse

Networking – Beziehungen schaden nur dem, der keine hat

Networking. Wenn es eine Sache gäbe, die ich aus der globalen Requirement-List für die Chance auf Erfolg in einer Karriere für immer zerstören könnte, wäre es Networking.

Wenn Menschen „networken“, dann bedeutet das, sie unterhalten sich über Themen, von denen sie keine Ahnung haben, aber weil sie das in der Gruppe tun, wenigstens professionell. Sie akquirieren Talente für ihre Projekte mit oberflächlichen, hübschen Bildern, überzeugenden Ansprachen und Versprechen auf Erfolge. Auf der Strecke bleiben deren eigene Projekte oder aber Menschen, die ein vielversprechenderes Projekt betreiben, aber sich nicht eloquent genug auszudrücken vermögen oder monatlich hunderte von Daddy-€ für Garderoben ausgeben können, die erfolgreich Eindruck vermitteln zu ebenjener Gruppe zu gehören, die gerade am lautesten „ICH BIN WER“ schreit (Im Moment übrigens gerade Hipster.). Statt Ehrlichkeit motiviert networking zu Oberflächlichkeit und Unwahrheit. Was Networker wirklich über eine Person denken erfährt man nur, wenn sie sich hinter dessen Rücken über sie unterhalten. Im Grunde ist networking die adulte Version des Kindergartens, von dem man glaubte, ihm mit dem Erwachsenwerden endgültig entkommen zu sein.

Während der Zeit meines Studiums habe ich die negativen Konsequenzen des Networkings anderer Leute bereits selber kennenlernen dürfen. Bei Projektpräsentationen mit Chance auf Vermarktung werden sich Konkurrenzprojekte gar nicht erst angesehen, oder nur für ein paar Sekunden mit dem Auge drübergeglitten, um der formalen Verantwortung gerecht zu werden. Dozenten oder Professoren, die diese Veranstaltung organisierten, partizipierten an dieser Vetternwirtschaft selber, statt zu versuchen, sie zu unterbinden. Netzwerke werden geradezu schamlos vor den Augen aller Anderen zelebriert. Überflüssig zu erwähnen, dass dies der Motivation aller schadet.

Wer networkt ist nicht kompetent. Networker haben nur ein Talent sympathischer und vielversprechender zu wirken als Andere. Im gewissem Sinne ist das eine selbsterfüllende Prophezeiung. Es ist eine Kenntnis, so alt wie die Menschheit: Wer erfolgreich erscheint, bekommt mehr Chancen, sich auf die Probe zu stellen und zu lernen, und ist ergo auch erfolgreicher. Ich habe nur immer gehofft, gesellschaftlich würden wir uns bemühen, diese ungerechten Vorgänge zu zerstören. Stattdessen werden sie gefördert wie nie zuvor.

Networking – Beziehungen schaden nur dem, der keine hat

03.05.2016

Da ich kein aktives Interesse mehr habe, meine Gesundheit aufrechtzuerhalten, habe ich heute meine erste Zigarette geraucht. Blonde Gauloises. Die Meisten machen das ja aus Gruppendruck. Ich mehr aus Spaß an der Selbstzerstörung. Und wenn ich sage meine erste Zigarette, meine ich natürlich die Erste, die ich richtig rauchte. Also die Dritte.

Ich muss aber zugeben dass ein Effekt durchaus vorhanden ist. Der Geschmack auf der Zunge ist widerlich und suggeriert, man würde den Rauch mit runterschlucken, was erklärt warum Raucher notorische Spucker sind. Allerdings bin ich auch ruhiger, weniger nervös geworden. Meine Gedanken rasen weniger stark, ich fühle mich „normaler“. Weniger aufgeregt, besorgt oder empfindlich. Wenn dass der Effekt des Rauchens ist, kann ich seine Popularität nachvollziehen. Kann aber auch alles nur Einbildung sein. Wir werden sehen.

 

Der Versuch meiner Re-Integration in irgendeine soziale Gemeinschaft war ursprünglich mit ein Grund für meine Entscheidung, in meinem für dieses Vorhaben eher fortgeschrittenem Alter noch zu studieren. Viele berichten, die Studienzeit sei die Zeit ihres Lebens, und Studenten generell die aufgeschlossenste Submenge der Gesellschaft, die man finden könne, weswegen ich hoffte, zumindest dort Anschluss an eine Gruppe zu finden die bereit wäre, einen exzentrischen Außenseite wie mich in Ihrer Mitte zu integrieren, nachdem ich in Schul- Ausbildungs- und Arbeitszeiten damit schon gescheitert war. Ich denke, es ist angebracht, dieses Vorhaben nun auch in diese Reihe mit anzufügen. Obwohl ich schon beim Kennenlerngrillen zur WG einiger Komillitonen eingeladen wurde, ein paar pseudo-tiefsinnige Animes zu beschauen und ich nicht sagen kann, dass sie sich nicht auch in der Folgezeit redlich bemüht hatten, sich mir gegenüber mit Einladungen zu Kaffee und Kuchen nett zu verhalten. Was meinem Vehalten, Kleinigkeiten überzubewerten aber keinen Abbruch tat. Oft empfand ich recht nebensächliche Bemerkungen tief verletzend, und obwohl ich um meine Überreaktion darum weiß, und mit Rationalität dagegen zu steuern versuchte, schätze ich, kann nichts über das Verhalten und die Gesichtsausdrücke hinwegtäuschen die man hat, wenn einem aufgrund unterdrückter Verletztheit der Magen drückt. Sicher lag ich mit der Einschätzung falsch, aber schon bald bekam ich das Gefühl, dass sie auf mich herabblickten. Dementsprechend fing ich an, sie zu meiden. Im darauffolgendem Semester sprachen wir schon kein Wort mehr miteinander.

Die einzige Person, zu der ich jetzt noch so etwas wie regelmäßigen Kontakt habe, ist ein Mädchen mit ähnlich autistischen Anwandlungen wie ich, mit der ich aber aufgrund ihrer wesentlich unausgereiften Lebenserfahrung kaum eine gemeinsame Gesprächsbasis finde. Mein einziger Antrieb ist nun nur noch das Studium mit möglichst guten Ergebnissen abzuschließen. Was ich aber danach mache, weiß ich noch nicht. Ich fand das Arbeitsleben davor schon extrem ermüdend, und die Vorstellung, mehrere Lebensdekaden hinter einem Schreibtisch abzuhocken, entsetzlich. Ich kann nur hoffen die Qualifikation wird mir eine bessere Anstellung verpassen als meine Letzten.

03.05.2016