Geistige Brandstifter

Seit der Flüchtlingskrise macht die Phrase der „Geistigen Brandstifter“ die Runde. Damit gemeint sind im wesentlichen Meinungen über Flüchtlinge, die als Rechts bzw. Rechtsextrem einzustufen sind.

Für jeden objektiv und rationalen Menschen sollte klar sein, wie manipulierend dieser Begriff ist. Brandstifter zielt deutlich darauf ab, man könne mit gewissen Informationen oder Einflüssen den Geist eines Menschen „verbrennen“, also auf die Irre führen, vergiften, etc. Das offensichtliche Problem damit ist natürlich die Einordnung von Quellen in problematische, also brandstiftende, und unproblematische, gute Kategorien.

Ein Mensch, der sich wirklich für die Wahrheit interessiert, informiert sich aus allen Quellen unvoreingenommen und gleicht diese Informationen ab. Wer eine Botschaft nicht akzeptiert oder nicht auf Wahrheitsgehalt untersucht, weil ihm der Botschafter nicht gefällt, ist voreingeommen und vorurteilsbehaftet.

Einer der letzten Beispiele dafür, wie sich eine solche Einstellung auswirkt, war die letzte Hetz-Kampagne, gegen Roosh, einen Pick-up-Artist, der eine für Einige ihren Intellekt überfordernden Witz riss, indem er Konferenzen zur Legalisierung von Vergewaltigung und Übernahme der Weltherrschaft veranstalten wollte. Wie witzig man das findet kann jeder selbst entscheiden. Problematisch ist, wie schwierig es ist, Menschen dazu zu bringen sich selbst davon überzeugen dass dieser Vorschlag satirisch/ironisch gemeint war, indem sie kaum mehr als 10 Minuten investierten müssen, einen Blogartikel zu lesen. Das ging natürlich gar nicht, denn den Blog des Feindes zu lesen ist ja geistige Brandstiftung.

Ich weiß nicht welche Vorstellung diese Menschen von den Funktionen der Informationsverarbeitung ihres Gehirnes haben. Ich übernehme nicht wildfremde Texte als Teil meines Verhaltens nur, weil ich sie einmal gelesen und auf Informationsgehalt untersucht habe. Ironisch ist, wie sehr diese Gesinnung jener Diktatoren gleicht, die mit der Begründung der Erhaltung eines gesunden Volksgeistes kritische oder ausländische Texte verbieten. Ich bezweifle aber, dass ihnen diese Ähnlichkeit bewusst ist.

 

Die einzige geistige Brandstiftung ist, den Begriff der „Geistigen Brandstiftung“ erfolgreich in die politischen und sozialen Debatten gebracht zu haben.

Geistige Brandstifter

Schlafmangel gegen Menschenhass

Wer, wie ich, unter einer gewissen ungewollten Misantrophie leidet, die ihm die Sozialisierung erschwert, sich aber, wie ich, unfähig sieht, die negativen Gedanken über die Menschen und die Welt im Zaum zu halten, könnte mal versuchen, weniger zu schlafen. So ca 3-4 Stunden pro Nacht maximal für die Zeiträume, in denen man sozial funktionieren will oder muss. Ich weiß nicht warum, aber ich funktioniere sozial dann besser, finde die doofen Witze der anderen lustig, kann Small-Talk führen, mir nicht einreden, dass hinter meinem Rücken jeder über mich schlecht reden würde, und unter Müdigkeitserscheinungen leide ich an den Tagen auch nicht wirklich, sofern ich den Schlaf an den Wochenenden nachhole und die Zeit viele soziale Kontakte erfordert oder mit sich bringt. Nur für Tage, die man voraussichtlich alleine verbringen wird empfehle ich das mit Nachdruck nicht. Die werden sonst sehr lang.

Schlafmangel gegen Menschenhass

Schizophren

In letzter Zeit fällt es mir extrem schwer meine Gedanken zu stabilisieren. Oft schweife ich in völlig spontane und willkürliche Was-Wäre-Wenn-Szenarien ab oder überanalysiere geradezu zwanghaft vergangene Ereignisse, die ich als entscheidend für mein heutiges Leben empfinde. Mein Standpunkt gegenüber bestimmten Personen ändert sich beinahe täglich mehrmals von Abscheu über Sympathie zu Besessenheit. Auch wenn ich professionell meinen Professoren und Arbeitgebern inhaltlich meist folgen und zufriedenstellende Leistungen abgeben kann, versage ich völlig, meine Emotionen mit ähnlich methodischen Vorgehen in den Griff zu kriegen. Meinen Mitmenschen stelle ich dabei vor Erwartungen, die sie per se gar nicht erfüllen können. So habe ich eine Abscheu davor, auf andere Menschen zuzugehen, da ich dies als Zeichen meiner Schwäche betrachte, nicht Alleine klar zu kommen, und aktiv etwas von Anderen suche, was ich nicht habe. Bemüht sich aber ein Mensch darum, meine Gesellschaft zu suchen, unterstelle ich oft, dies nur zum Zwecke zu tun, um etwas von mir zu bekommen.

Obwohl ich mir dieser paradoxen Stellung bewusst bin, sehe ich mich außer stande diesen automatisch ablaufenden Gedankengang anzuhalten.

Das war nicht immer so, und ich frage mich oft und lange, was mich so gemacht hat, und ob ich wirklich eine Chance hatte, das zu verhindern.

Schizophren

Beginn

Ich mochte eigentlich schon sehr lange einen Blog schreiben. Früher hatte ich oft das Gefühl, tiefgründige Gedanken zu haben an denen andere Menschen vielleicht Interesse und Freude haben. Da ich nach dem Lesen diverser Foren und anderer Blogs jedoch merkte, dass viele Menschen schon vor mir dieselben Gedanken hatten, und diese auch eloquenter formulieren konnten als ich, habe ich dies lange vor mir hergeschoben bis ich auf ein Thema stoße, dass mich von Anderen abhebt. Da dies nun seit mehreren Jahren nicht eingetreten ist, schreibe ich hier über das einzige Thema, in dem ich mich wirklich als Einziger auskenne: Mich selbst.

Das Blog trägt diesen Namen aus dem einfachen Grund, weil dies mein erster Nick im Internet war. Damals 14 Jahre alt, fand ich den Charakter “Nightmare” aus Soul Calibur faszinierend und nannte mich im Internet einfach nach ihm, obwohl dieser dort ein megalonischer Dämon mit der einzigen Amibition zu Tod und Zerstörung hat. Da dieses Tagebuch aber wohl hauptsächlich Träger meines emotionalen Gepäcks werden wird ist der Name “Alpträume” auch von daher passend. Wer auf sowas keine Lust hat, den bitte ich, an dieser Stelle ein anderes Blog aufzusuchen.

Generell identifiziere ich mich in Unterhaltungsmedien sehr oft eher mit den Bösewichten als den eigentlichen Protagonisten. Das liegt vielleicht daran, dass ich mich oft aus jeder Gesellschaft ausgestoßen fühle, darum keinen Wunsch nach Erhaltung dieser habe und darum ihre faszinierenden Charaktereigenschaften ungestört bei mir entfalten können. Oft denke ich von mir als etwas Besseres als andere Menschen, was meinen Umgang mit ebendiesen furchtbar erschwert, obwohl es mir in den letzten Jahren ein wachsendes Bedürfnis wurde, echte Freunde zu finden. In den wenigen, tiefergehenden Kontakten die ich alle paar Jahre mit anderen Menschen hatte konnte ich dieses Zerrbild von mir vor mir selbst kaum aufrecht erhalten. Leider komme ich genau dadurch in den Teufelskreis, mich von diesen Personen aus Angst vor Verletzung wieder zurückzuziehen um mich einem Selbstoptimierungswahn hinzugeben, um mir selbst gerecht zu werden. So habe ich in den letzten Jahren versucht Zeichnen zu lernen, Klavier zu spielen und sogar deutsche Mathe-Artikel auf der Wikipedia zu verstehen. Die meisten dieser Unternehmen waren nicht von Erfolg gekrönt, was mich zusätzlich frustrierte. Wenigstens mein Fachabitur konnte ich mit einem beinahe sehr gutem Ergebnis nachholen, was mir zumindest zeitweise meinem Selbstbewusstsein einen Schub gab.

Es fällt mir sehr schwer eine dauerhafte, zufriedenstellende Beziehung mit anderen Menschen herzustellen die über oberflächlichen Small-Talk und gelegentliches Online-Spielen hinausgeht. Seit ich 20 bin, bin ich, abgesehen von durch Sachzwängen herbeigeführte Gesellschaft wie die Notwendigkeit, Einkaufen oder Arbeiten zu gehen, von anderen Menschen isoliert und abgeschnitten. In meinen jungen Jahren hat mich dies nicht gestört, aber in letzter Zeit beschleicht mich zunehmend das Gefühl, im Leben etwas Wichtiges und außerordentlich Erfüllendes verpasst zu haben, und dies nun nicht mehr nachholen zu können.

Dieses Blog selbst startet nachdem ich alle Brücken zu einem Mädchen abgebrannt habe, in die ich mich im Verlauf dieses Jahres ein wenig verguckte. Wir lernten uns kennen nachdem ich sie fragte ob wir zusammen ein paar Spiele spielen wollten, was auch zunächst ganz gut ging. Wir schienen uns gut zu verstehen und ich hatte zuerst auch keinerlei romantisches Interesse an ihr. Ich war geschmeichelt als sie darüber hinaus Interesse an mir zeigte, mich nach meinem Musikgeschmack, meinen Lieblingsserien und anderen Spielen, die ich mag, fragte. Nach vielen Jahren gab ich mich erstmals der Illusion hin, dass dies das Ende meiner Einsamkeit sein könnte. Dabei vergaß ich, dass normale Menschen einen ausufernden Freundeskreis haben und nachdem sie das Interesse an unserem gemeinsamen Spiel verlor, verlor sich auch unser Kontakt zunehmend. Ich versuchte, mit ihr trotzdem ins Gespräch zu kommen, aber mangelnde gemeinsame Interessen und Unternehmungen machten dies schwer und zäh. Letztendlich gelangte ich zur Überzeugung dass sie weiteren Kontakt nicht mehr wünscht nachdem sie mir auf meine letzten Nachrichten nicht mehr antwortete und verbannte sie von meinen Kontaktlisten um dadurch nicht mehr zwangsläufig an sie denken zu müssen und sie mit meinem Bedürfnis nach Nähe zu belästigen.

Es gibt wohl beeindruckendere Präludien als diesen, die konsistenter sind und besser abschließen. Über die Jahre werde ich vielleicht lernen, besser zu schreiben und meine Gedanken klarer zu fokussieren und zu formulieren. Jetzt ist es aber fast 12 und ich bin müde. Gute Nacht.

Beginn